PR und Content – wirklich dasselbe?

Warum Inhalt und Content nicht unbedingt identisch sind

Heute einmal ein paar Gedanken zu PR und Content. Was uns PR-Berater und PR-Begeisterte immer auszeichnen sollte, ist die Leidenschaft für Texte. Für sehr gute Texte. Manches Mal  gelingen uns sogar exzellente Texte. Das hängt dann von der Tagesverfassung, dem Thema und dem Horoskop ab. 🙂 Wie auch immer die Sterne stehen, wer seine PR-Berufung ernst nimmt, der brennt für seine Inhalte und die Inhalte seiner Kunden. Die echten Inhalte. Der Inhalt, der heißt ja heute in der Marketing-Sprache Content. Und ja, ich weiß schon, Content heißt übersetzt Inhalt. Aber, ich frage mich oft, ob es wirklich immer dasselbe ist. Und ob das, was so mancherorts als PR-Content produziert wird, wirklich NÜTZLICHEN Inhalt hat.

Die kraftvolle Ergänzung von PR und Content, der dann Inhalt heißt

Wie kann PR keinen Content haben, fragen Sie sich nun vielleicht. Und das absolut zu Recht. Ich sehe das so: Wenn der Content um des Content willen – damit da eben etwas steht und auch die wichtigsten Schlüsselwörter brav vorkommen – geschrieben wird, dann ist er für mich kein Inhalt. Zumindest kein wertvoller Inhalt. Journalisten z. B. sehen sich jede Pressemitteilung nach diesem Kriterium an: Neu, aktuell und nützlich. Wenn nicht alle drei dieser Kriterien gegeben sind, gibt es keine Berichterstattung. Ich stelle fest, dass der Begriff Content heute zunehmend für das WIE steht. Also eher die technischen Attribute eines Textes, wie z. B. die Suchmaschinen-Optimierung, bedient. In der echten PR geht es aber immer um das WAS.

Das macht PR und Content aus

Heißt das nun also, dass wir wählen müssen? Wertvollen Inhalt versus technischen Content? Nein, müssen wir nicht. Die Symbiose von PR und Content kann textlich sehr schön gelebt werden.

Sehen wir uns dazu diesen Blog an. Von Beitrag eins an lasse ich mich vom Tagesgeschehen politischer oder wirtschaftlicher Natur, wie auch von meinen persönlichen Erlebnissen inspirieren, um es hier mit meinen Lesern zu teilen. Wenn mir dazu eine Woche lang einmal nichts einfällt oder ich keine Zeit habe, es so gut wie möglich zu machen, dann veröffentliche ich nichts. Das ist zwar für die reine SEO Hintergrund Geschichte, die hier auch eine Rolle spielt, nicht wirklich gut. Aber ich bin zu sehr eine Schreiberin aus Inbrunst, als dass ich seelenlosen Inhalt, den ich nicht spüre, deswegen einstelle, weil mein Magazin periodisch Content verlangt. Nein, so kann und will ich nicht schreiben. Klar könnte ich aus meinem Buch Passagen wählen und diese einstellen …

Wenn ich mich also aus dem Buch inspirieren lasse und einen Teilaspekt herausnehme, den ich dann als eigenes Thema mit neuen und nützlichen Gedanken behandle, dann wäre das für mich echter Inhalt. Wenn ich nur eins zu eins Textfragmente aus dem Buch kopiere und mit ein paar Keywords versehe, dann ist es für mich Content. Nicht, weil in dem Buch nichts Gescheites steht. Ganz im Gegenteil! Aber ich habe eben für diesen speziellen Beitrag für meine Leser nicht neu gedacht und keinen aktuellen!! Ansatz gefunden. DAS genau ist für mich der Unterschied zwischen echtem Inhalt und bloßem Content.

Die Leser merken diesen Unterschied. Vielleicht nicht bewusst, aber auf der intuitiven Ebene. Die Energie, die in Text fließt ist, ist beim Lesen immer spürbar. Und wenn es um simples copy und paste bereits vorhandener Inhalte geht, erkennen die Menschen das. Durch liebloses Kopieren entsteht kein Sog, um treue Leserschaft für die nächsten Beiträge aufzubauen. Ich empfehle, immer genau daran zu denken, wenn Sie vielleicht geneigt sind, den einfachen Weg zu gehen und Text als Content „wiederzuverwerten“.  Energie in echten und lesenswerten Inhalt zu investieren lohnt sich immer!

 

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