Shakespeare und Ghostwriting?

Der Meister Shakespeare aus Stratford-upon-Avon und Ghostwriting?

Hat eine der Galionsfiguren der weltweiten Literatur Ghostwriting in Anspruch genommen?

Eben lese ich in den Salzburger Nachrichten folgende aufsehenerregende Meldung:

„William Shakespeare, der große Dramatiker, Lyriker und Schauspieler hätte Co-Autoren beschäftigt. Gemäß der Studie eines internationalen Forscherteams hat sich der englische Dichter bei 17 von 44 Werken unterstützen lassen.
Christopher Marlowe – 1564 – 1593 – wird nun in einer neuen Ausgabe von „Henry VI“ offiziell als Co-Autor genannt. Seine Mithilfe wurde anhand von Textanalysen bewiesen. In welcher Form genau Shakespeare und Marlowe zusammengearbeitet haben, ist nicht vollkommen klar.“

Es scheint auf jeden Fall eine interessante und fruchtbare Form des Ghostwriting gewesen zu sein. Obwohl mir persönlich der Begriff des „Teamwriting“, eine bessere Wortwahl zu sein scheint, um diese Art der lyrischen Zusammenarbeit zu beschreiben.

 

Ghostwriting ja, aber mit der richtigen Einstellung

Ich finde diese Meldung faszinierend, zeigt sie doch , wie alt das Business des Ghostwriting schon zu sein scheint.

Auch damals haben sich Autoren wohl der Last des Schreibens –  ja, manches Mal ist es eine Last, wenn auch meistens doch ein Quell der Freude – enthoben, indem sie im – sagen wir mal – Team schrieben. Ich finde daran nichts Verwerfliches. Denn ich bin selber Ghostwriterin und begleite viele Menschen auf dem Weg zum richtigen Buch zur richtigen Zeit.

Solange jemand wirklich eine Botschaft hat, seine innersten Gedanken und Überzeugungen in Buchform in die Welt bringen will, ist doch nichts dagegen einzuwenden, sich bei der optimalen „Verpackung“ dieser Worte im Zuge von Ghostwriting unterstützen zu lassen.

 

Ghostwriting wie Shakespeare, warum nicht?

Diese Zusammenarbeit bedingt, dass sich Autor oder Autorin und der Ghostwriter oder Teamwriter wirklich verstehen, vollkommen auf einer Wellenlänge sind und so gemeinsam lesbare  und lesenswerte Energie im Universum freisetzen.

Angesichts William Shakespeares gesamtem  Meisterwerk ist wohl nicht daran zu zweifeln, dass die Früchte dieser Team-Arbeit und Co-Autorenschaften mehr als überzeugend ausfielen.Und im Sinne von Shakespeares O-Ton in „Julius Cäsar“: „Es sollt ein Freund des Freundes Schwächen tragen“ machen diese gemeinsamen Schreibabenteuer auch wieder pragmatisch schönen Sinn!

 

Quelle: Salzburger Nachrichten
http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/kultur/sn/

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